Die Jagd auf Wildtiere

Die Jagd der Ureinwohner auf Wildtiere darf nicht der Wilderei gleichgesetzt werden. Es muss klar unterschieden werden zwischen der traditionellen Jagd und der nicht traditionellen Jagd (Wilderei).
 

Die traditionelle Jagd
  • Jagd der Ureinwohner zur Selbstversorgung und zum Tausch
  • Jagd der Ureinwohner zur Selbstverteidigung oder zur Verteidigung ihres Nutztierbestandes (Zebu Kühe, Ziegen).
  • Verwendung von Speere, Netze, Pfeil und Bogen als Jagdwaffen
  • Die Fallen sind aus Naturmaterialien (Pflanzenschlingen)
  • Die Jagd erfolgt ausschliesslich zu Fuss
  • Die Jagderfolge dienen unter Anderem der Stärkung des Sozialgefüges durch Teilung der Beute
  • Einhaltung von Jagdtabus für bestimmte Tierarten und Zeiträume. (Arterhaltung)
  • Die traditionelle Jagd entnimmt nie mehr als der direkte Bedarf zur Selbstversorgung


Die nicht traditionelle Jagd (Wilderei)

  • Jagd von gebietsfremden Jägern
  • Verwendung von Drahtschlingen, Hunden, Schnellfeuergewehren, Fahrzeugen, Funk, Kühlwagen, etc.
  • Organisierte, kommerzielle Bandenjagd zur weiträumigen Vermarktung von Fleisch. Die Beute wird in unkenntliche Teile zerlegt und auf den Märkten als legales Fleisch deklariert.
  • Jagd nach Trophäen wie Elfenbein oder Felle von Groskatzen
  • Jagd auf Tierorgane zur Herstellung von speziellen fernöstlichen "Heilmittel" (Nashorn)

Zur Grossansicht | öffnet im neuen Fenster
Büffel mit verbogenen Speer im Kopf

Durch die Befreiungsversuche des Büffels wurde der Speer verbogen. Das Tier konnte gerettet werden.

Die nicht traditionelle Jagd (Wilderei) kümmert sich nicht um eine nachhaltige Nutzung. Demzufolge geht mit der Wilderei die Übernutzung des Tierbestandes einher.

Die Dezimierung einer einzigen Tierart kann bereits zu einer Kettenreaktion führen (Nahrungskette). Grosskatzen welche im Reservatsgebiet keine Beute mehr finden wandern ab, überschreiten die Reservatsgrenzen und es kommt zum unerwünschten Mensch/Tierkonflikt.
Schlingenfallen sind auch in der traditionellen Jagd der Ureinwohnen seit jeher üblich. Die Schlingenfallen werden aber nur in beschränkter Zahl mit grossen Ortskenntnissen ausgelegt und werden in kurzen Zeiträumen überprüft. Zudem sind diese aus Naturfasern gefertigt und führen zu geringeren Verletzungen.

Die Wilderei verwendet jedoch Schlingenfallen aus dünnem Stahldraht (schlecht sichtbar). Sie schneiden in das Fleisch ein (Bein, Hals) und haben immer schlimme, grauenhaft Verletzungen zur Folge. Die Schlingenfallen (Wire Trapp) werden durch die Wilderer in grossen Stückzahlen (die Falle ist billig in der Herstellung) meist in grosser Hektik nachts ausgelegt. Anhand der gefundenen toten, zum Teil stark verwesten Tiere muss man davon ausgehen, dass viele der gestellten Fallen durch die Wilderer nicht mehr gefunden wurden. Die Tiere verendeten auf grausamste Art und Weise.
Das Tier ist bereits narkotisiert und Dr. Kashmiri deckt das offene Auge zum Schutz gegen Austrocknung mit einer Decke ab, nachdem beide Augen mit einer Schutzsalbe versorgt wurden. Anschliessend beginnt das Durchneiden der Drahtschlinge und die Wundbehandlung.

Da der Löwe sich instinktiv selbst befreien wollte schnitt ihm die Drahtschlinge rundherum am Hals ein. Auf einer Seite war die Wunde nur wenige Millimeter von der Halsschlagader entfernt. Wäre der Löwen nur wenige Zeit später gefunden worden, hätte er dies nicht überlebt.

Zur Grossansicht | öffnet im neuen Fenster
In eine Wilderer-Drahtschlinge geratener Löwe

Speziell die organisierte bandenmässige Wilderei findet meistens in der Nähe der Staatsgrenzen statt. Dies ermöglicht den Wilderer sich im Entdeckungsfall durch Flucht über die Staatsgrenze dem Zugriff der kenyanischen Behörden zu entziehen. Eine staatsübergreifende Unterstützung gibt es diesbezüglich von keinem Nachbarstaat (Somalia, Uganda Tansania).

zum Seitenanfang

InhaltsverzeichnisInhaltsverzeichnis