Wegen den grossen Distanzen steht dem Tierarzt ein 6-plätziges einmotoriges Flugzeug zur Verfügung. Durch seine grosse Erfahrung wird Dr.
Kashmiri oft auch von staatlichen Reservaten im ganzen Land zugezogen und Distanzen von bis zu 1'000 km zu einem kranken oder verletzten Tier sind nicht einmalig.
Der dabei zu betreibende Aufwand ist respektabel, denn es muss eine vollständige tiermedizinische Ausrüstung zum kranken oder verletzten Tier gebracht werden. Es kann durchaus unterwegs bereits ein neuer Einsatz notwendig werden. Auf Grund der Distanzen ist ein Ergänzen der medizinischen Ausrüstung nicht mehr möglich.
Die Haupttätigkeit des Tierarztes im Reservat ist die Behandlung von Verletzungen, welche wegen Wundinfektionen oft einen schlechten Verlauf nehmen. Leider sind immer wieder von Menschen verursachte Verletzungen zu behandeln wie zu Beispiel das entfernen von Speeren oder Pfeile oder die Wundversorgung von solchen Verletzungen. Diese stammen entweder von Wilderer oder von Grenzkonflikte an der Reservatsgrenze mit Farmern. Es kommt trotz aller Überwachungsanstrengungen, zum
Glück im Kimana Reservat seltener als sonst wo vor, dass ein Tier in einer von Wilderer ausgelegten Drahtschlingenfalle, meistens schwer verletzt aufgefunden wird.
Zur Befreiung aus einer Drahtschlingenfalle muss das in Not geratene Tier in jedem Fall narkotisiert werden und anschliessend eine professionelle tierärztliche Wundversorgung
erfolgen.
Die vollumfängliche Verarztung findet üblicherweise jeweils vor Ort statt, so dass dem verletzten oder kranken Tier ein Transport zu einer Behandlungsstation erspart bleibt. Auch zur Genesung wird das Tier nicht eingezäunt, sondern lebt in seiner gewohnten Umgebung. Jedoch wird es bis zur Abheilung von den Ranger und den Massai Scouts nicht
aus den Augen gelassen. Wenn immer möglich versucht der Tierarzt seine Arbeit so zu gestalten, dass eine Nachbehandlung vermieden werden kann, da dies für das Tier nebst dem zusätzlichen Stress erneut eine belastende Narkose bedeuten würde.
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