Tierärztlicher Notfalldienst im Kimana Reservat

 

Im Kimana Reservat des ASC Wildlife Trust ist man bestrebt die Flora und Fauna unangetastet sich selbst zu überlassen. Dieses Idealbild von Naturschutz muss jedoch aus Gründen der Vernunft und der Arterhaltung auch im Kimana an einigen Stellen durchbrochen werden.

Durch die zunehmende Zersiedlung des ursprünglichen Lebensraumes der ostafrikanischen Wildtiere durch den Menschen werden klassische Nutztierkrankheiten eingeschleppt, zu denen die Wildtiere keine Abwehrstoffe besitzen. Nicht rechtzeitig erkannt könnte sich daraus sehr schnell eine bedrohliche und artengefährdende Epidemie entwickeln. Besonders gefürchtet sind gewisse Katzenkrankheiten welche von Hauskatzen übertragen werden. Das Immunsystem der Hauskatzen unterbindet einen Ausbruch der Krankheit, jedoch alle Großkatzen (Löwe, Leopard, Gepard, Serval) verenden nach einer Infektion jämmerlich. Streunende oder verwilderte Hunde und Katzen sind eine erkannte Infektionsgefahr für die Wildtiere, so wie auch durch wandernde Wildtiere gemeinsam genutzte Weideflächen von Rinder, Ziegen und Schafe.

Zur Verhütung einer Epidemie bedarf es der permanenten tierärztlichen Überwachung des Tierbestandes im Reservat. Notfalls müsste zeitgerecht eine aufwendige und sehr kostspielige Impfaktion eingeleitet werden um das Schlimmste zu verhüten. Regelmässig werden im Kimana Reservat bei verschiedenen Tierarten zur Vorsorge Blutproben entnommen und untersucht.

Ebenfalls gerechtfertigt sind tierärztliche Eingriffe bei Verletzungen durch die Wilderei. Die Behandlung von infektiösen Verletzungen trägt zur Gesundheitserhaltung des gesamten Wildtierbestandes bei und erspart unnötiges Leiden.

Alle Tiere im Kimana Reservat sind unsere persönlichen Freunde. Dementsprechend nehmen wir unsere Verantwortung wahr und geben Hilfestellung wo Hilfe gebraucht wird.

Erstaunlich sind die Beobachtungen im Kimana Reservat, dass verletzte Wildtiere sich oft direkt in Richtung der Lodges bewegen und die Nähe des Menschen suchen. Wie Sie in den nächsten Abschnitten sehen, zeigen auch schmergepeinigte verletzte Wildtiere im Kimana nicht die geringsten Aggression den Helfern gegenüber.

Vergessen Sie alles was Sie im Fernsehen bezüglich Einfangen von zu behandelnden Wildtieren gesehen haben. Hetzjagden mit Geländefahrzeugen gibt es im Kimana nicht. Die Wildtiere beantworten das revolutionäre und respektvolle Reservatskonzept damit, dass sich die Fluchtdistanz Tier-Mensch zur Freude aller Kimana Besucher auch bei sehr scheuen Tieren auf wenige Meter reduziert. Dementsprechend schonungsvoll gestaltet sich die tierärztliche Betreuung. Die Behandlung erfolgt bedeutend stressfreier als in einem Zoo.

Aus verschiedensten Gründen erfolgt eine tierärztliche Behandlung vor Ort in freier Wildbahn. Dies verkompliziert die Behandlung, da die gesamte Infrastruktur vor Ort installiert werden muss, jedoch überwiegen die Vorteile gegenüber unserem Patienten. Für gewisse Spezialfälle, welche zum Beispiel eine Röntgeneinrichtung benötigen, ist derzeit ein Ambulatorium auf dem Gelände der Leopard Loge im Bau sowie ein Waisenhaus für Tierkinder.
 

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